FAQ Manuelle Graviermaschinen ( deutsch )

 

1.) Tiefenbegrenzerkappe

2.) Wann ist der Fräser verschlissen und muß ersetzt werden ?

3.) Wann verwende ich Hartmetallfräser - Wo liegen die Vorteile gegenüber HSS ?

4.) Fehlende Buchstaben / Zahlen

5.) Was ist falsch, wenn die Gravur auf einer Seite tiefer ins Material fräst ?

6.) Geschwindigkeiten beim Gravieren

7.) Erfahrungen Verhältnis Schrifthöhe zu Fräserbreite

8.) Diamantgravuren

9.) Rotierende Diamantgravuren ( Glas, V2A, empfindliche Oberflächen

10.) Spannvorrichtungen / Sonderspannvorrichtungen

11.) Ausfärben der Gravur

1.) Tiefenbegrenzerkappe :

Eine glatte Auflagefläche der Tiefenbegrenzerkappe ist zusammen mit der Schärfe des Fräsers entscheidend für die Qualität der Gravur. Es ist ratsam, die Teflon bzw. Stahlkappen nur für ein bestimmtes Material ( z.B. poliertes Messing ) bereitzulegen. Vor Arbeiten mit empfindlichen Oberflächen sollte die Auflagefläche durch eine Lupe betrachted werden, und eventuelle Ablagerungen mittels Polierstein beseitigt werden. Dies ist besonders für zapponierte Zierzinnteller wichtig. Es kommt vor (vorwiegend bei den Teflonkappen ), daß sich Spänchen ins Material arbeiten, die dann Schatten nach der Gravur hinterlassen. Die Spanabsaugung ist hilfreich, dies zu vermeiden, und sehr zu empfehlen.

Weiteres Hilfsmittel ist beispielsweise eine Paste ( Deckweiß, da wasserlöslich ) die vor der Gravur aufzutragen ist.

Der Richtige Durchmesser der TB-Kappe ist ebenfalls wichtig. Müssen Sie nah an den Rand gravieren, brauchen Sie eine möglichst kleine Kappe im Außendurchmesser. Fräsen Sie dagegen Fächen aus, so muß die Fräserbahn immer von innen nach außen laufen, damit ihnen nicht passiert, auf '2 Etagen zu gravieren' :

 

 

 


Dies läßt sich auch verhindern, indem man eine sehr große TB Kappe wählt.

 

2.) Wann ist der Fräser verschlissen und muß ersetzt werden ?

Der Fräser ist verschlissen, wenn eine Zahl / Buchstabe trotz der richtigen Graviertiefe nicht sauber ausgefräst wird, und an den Seiten Grad zu erkennen ist.

schlechte Gravur

 

gute Gravur

Die Gravierfräser sind häufig beidseitig angeschliffen, daß heißt sie können einmal gedreht werden. Wie der Fräserwechsel von Statten geht, können Sie in der Betriebsanleitung der jeweiligen Type nachlesen.

Zum Nachschleifen empfehlen wir, die Fräser zu unserem Schleifservice zu schicken. Wir haben all die Berufserfahrung, die man zum Anschliff benötigt.

Darüberhinaus bieten wir eine Schleifmaschine zu diesem Zweck an. Nähere Informationen zum Fräseranschliff = siehe

FAQ Schleifmaschinen 

Als sehr praktisch hat sich der oben zu sehende Fräserständer erwiesen. Darin sind 5 verschiedene Schnittbreiten enthalten, jede doppelt.
Auf diese Weise kann der stumpfe Fräser zum Nachschleifen eingeschickt werden.

 

3.) Wann verwende ich Hartmetallfräser - Wo liegen die Vorteile gegenüber HSS ?

Hartmetall-Fräser sollten nur eingesetzt werden, um HSS-Fräser zu übertreffen, und so den häufigeren Nachschliff zu ersparen. Zu spitze Fräser unter 0,5 mm Schnittbreite und sehr schlanke Anschliffwinkel sind nicht zu empfehlen, da der Hartmetallf-Fräser bruchempfindlicher ist ( Faustregel = je härter, je bruchempfindlicher ) Schon geringes Antsoßen, beispielsweise beim Einrichten der Arbeit ,kann zu Beschädigungen führen.

Für Kunststoff ist Hartmetall besonders gut geeignet. Insbesondere bei stark schmirgelnden Kunststoffen wie Resopal, Bakelit, etc. haben sich HM-Fräser sehr gut bewährt. Sie haben 30 - 50- fache Standzeit gegenüber HSS Fräsern. Aber auch für Stahl und Nichtrostende Bleche ( V2A ) finden HM-Fräser den Vorzug. Mann sollte jedoch die Schnittbreite von 0,8 - 0,5 nicht unterschreiten.

Die Schnittgeschwindigkeit der HM Werkzeuge sind allgemein sehr hoch. Es ist in jedem Fall die höchst mögliche Tourenzahl an der Graviermaschine einzustellen. ( min. 15.000 U/min )

Ein Nachteil des HM Fräsers ist die unter dem Mikroskop sichtbare Ausbröckelung der Schnittkante im Mikrobereich. Dadurch ist der HM-Fräser nicht so scharf wie ein HSS Fräser, was zum Beispiel bei weichen Materielen zum Schmieren und zu einer Aufbauschneide am Fräser führt. Ein weiterarbeiten ist dann nicht mehr möglich. Ungünstig wirkt sich hier die durch die oben erwähnten hohen Drehzahlen auch zu hohe Temperaturen beim Zerspanen erzeugt.

Unterscheiden lassen sich HSS von Hartmetallfräsern durch einen helleren Farbton, HM-Fräser sind grauer.

4.) Fehlende Buchstaben / Zahlen :

Die Zusammenstellung des Buchstaben / Zahlensatzes ist nach Erfahrungswerten zusammengestellt. Weitere Zahlen / Buchstaben sind kostenpflichtig in beliebigen Mengen von uns erhältlich.

Bedenken Sie jedoch, daß Einzelzeichen als Nachbestellung teuer sind. Es ist immer sinnvoller, einen Schriftschablonen-satz beim Kauf üppig zu bestellen.

Folgende Angaben zu Neu oder Nachbestellungen benötigen wir : Schriftname oder Best.-Nr. ( z.B. Blockschrift Nr. 3 ), Profil-Maß der Schriftschablonen ( z.B. 32,75 mm DIN Profil oder 31,75 mm Gravograph-Profil ), Lese,- oder Spiegelschrift ( normal = Leseschrift ), Vertiefte Schrift oder Erhaben ( normal = vertieft ), Satzzusammenstellung ( z.B. 'D' für 206 Zeichen )

5.) Was ist falsch, wenn die Gravur auf einer Seite tiefer ins Material fräst ?

In diesem Falle ist die Gravurfläche, also z:B. das Schild, nicht plan zur Bestreichungsfläche des Fräsers. Benutzen Sie entweder einen Tiefenbegrenzer, oder, sollte das aufgrund einer empfindlichen Oberfläche ( z.B. poliertes Messing ) nicht möglich sein, so muß das Schild plan gespannt werden. Dies erreichen Sie entweder mit einer Vakuumspannplatte, oder durch Unterlegen von Meßblechen oder sonstigen Dünnen Gegenständen.

Benutzen Sie bereits einen Tiefenbegrenzer, und die Gravur ist auf einer Seite tiefer, so überprüfen Sie, ob nicht anstelle der Tiefenbegrenzerkappe der Tiefen-Anschlag des Gravierkopfes aufliegt. ( siehe Bild )

Prüfen Sie weiter nach, ob das Schild plan gespannt ist, das heißt es nicht durch die Spannung wölben. Kontrollieren Sie, ob das Schild plan aufliegt, oder ob Nuten daruter das Material durchbiegen lassen.

6.) Geschwindigkeiten beim Gravieren :

Folgende empfohlene Richtgeschwindigkeiten ( Umdrehungen pro Minute des Motors )

Es sei darauf hingewiesen, daß die Schnittgeschwindigkeit des Fräsers stark von der Schnittbreite abhängt. Unten aufgeführte Werte sind daher nur als Richtwerte zu betrachten.

Diamant Fräs-Gravuren : 18.000 - 20.000 U/min.
Plastik / Kunststoff weich : 8.000 - 15.000 U/min.
Aluminium: ca. 15.000 U/min.
Messing: ca 15.000 U/min.
Glas: 18.000 - 20.000 U/min.
Zinn fräsen: ca. 15.000 U/min.

7.) Erfahrungen Verhältnis Schrifthöhe zu Fräserbreite :

Gravurhöhe

1,5 mm

2-3 mm

3-4 mm

5-6 mm

7-8 mm

8-10 mm

10-12 mm

12-16 mm

16-20 mm

20-24 mm

24-30 mm

Fräserbreite

0,2 mm

0,3 mm

0,5 mm

0,75 mm

1 mm

1,25 mm

1,5 mm

2 mm

3 mm

3 mm

4 mm

Tiefenbegrenzer

415/5 0,7

415/5 1,5

415/5 2,3

415/5 3,3

 

8.) Diamantgravuren :

Beim Diamantgravieren wird anders als beim Fräsen kein Material abgetragen, sondern quasi 'beiseitegedrängt'

Links oben ist eine Gravur mit verschlissenem ( stumpfen ) Diamant vergrößert zu sehen, links unten mit einem neuen, ( spitzen ) Diamanten.

Durch den kontinuierlichen Druck des Diamanten auf das Material wird auch auf Wölbungen unkompliziert graviert. Die hohe Standfestigkeit - oft Jahre - ist ein weiterer Vorteil der Diamantgravuren. Auf weichen Materialen wie Zinn und Aluminium sowie der Schmuckbereich sind die Hauptanwendungen der Diamantgravur. Personal tut sich leichter, als bei Gravuren mit Fräser.

 

Wenn der Diamant nach Jahren verschlissen ist, gibt es nach Erhalt des Diamanten oft Probleme : Durch die jahrelange kontinuierliche Abnutzung erzeugte der Diamant ein spezielles Gravurbild, welches der neue Diamant anders erzeugt ( neue Diamanten sind spitzer ) Daran läßt sich nichts ändern.

Diamanten sind standardmäßig kegelförmig angeschliffen, was für die meisten Gravuren ausreicht. Es gibt jedoch gegen Aufpreis pyramidenförmige Diamanten, die durch die angeschliffenen Kanten 'schärfer' gravieren, und beispielsweise durch beschichtetes Material durchdringen. Diese können bei uns angefragt werden.

Wichtig beim Diamanten ist, daß beim gravieren alles spielfrei arbeitet. Damit ist sowohl die Werkzeug-aufnahme, als auch die Maschinenführung, sowie der Schraubstock mit dem gespannten Werkstück :

Das 'D' oben links ist spielfrei graviert, das rechte 'D' nicht.

Nachteile der Diamantgravur sind : Ausfärben nicht möglich, dadurch Lesbarkeit schlechter und der Glanz läßt mit der Zeit nach

9.) Rotierende Diamantgravuren :

Rotierende Diamantgravuren, also Gravuren mit pyramidenförmigen, aslo NICHT kegelförmigen Diamant bei laufendem Motor, also wie beim Fräser, bringen bei einigen Anwendungen erhebliche Vorteile :

 

 

 

 

 

Glas : Da Glas ebenfalls sehr hart ist, muß hier ein rotierender Fräsdiamant benutzt werden. Eine Kühlung ist ebenfalls erforderlich. ( wir empfehlen unsere Komplettglasgraviervorrichtung mit Kühlwasserpumpe, Auffang-becken, Glasgravier-Diamant und Glasstaubabsetzbecken Best. Nr. 9018 )

V2A : Die Qualität der Gravur ist nicht wie mit einem Hartmetallfräser, weist sich jedoch durch hohe Standzeiten im Gegensatz dazu aus. Typenschilder aus V2A sowie an der Produktkennzeichnung dieses Materials sind Anwendungsbeispiele. Kühlmittel sollte wie bei Glas verwendet werden.

Materialien mit empfindlichen Oberflächen : Hier wird der rotierende Diamant eingesetzt, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht mit Tiefenbegrenzerkappe gearbeitet werden kann. Die Startverzögerung an der Maschine muß dann so eingestellt werden, daß der Vorschub erst beginnt, unmittelbar nachdem der Diamant ins Material eingetaucht ist.

10.) Spannvorrichtungen / Sonderspannvorrichtungen :

Was nützt die ausgereifteste Mechanik und die leistungsfähigste Steuerung, wenn Sie das zu gravierende Teil nicht einspannen können ?

Da uns diese Problematik seit 3 Generationen bekannt ist, hat sich bei KIRBA ein gewaltiger Erfahrungsschatz angesammelt, von dem wir Sie gerne profitieren lassen.

Nennen Sie uns Ihr Spannproblem, und wir haben vielleicht schon die Lösung zu einem unglaublichen Preis. Da wir eine mechanische Fertigung haben, und der Weg der Bürokratie in einem Familienbetrieb minimal ist, finden Sie in uns den Idealen Partner.

11.) Ausfärben der Gravur

Das Ausfärben einer Gravur wird um so schwieriger, je größer sie ist, bzw. je flacher sie eingraviert ist ( sollte min. 0,3 mm sein, besser tiefer ). Ebenso gibt es unterschiedliche Methoden, die wir kurz beschreiben wollen :

 

A ) Oxyd :

Oxyd verändert die aufgefräste frische Oberfläche der Graviernut chemisch in schwarz, so daß der Kontrast zur restlichen Oberfläche erzeugt wird. Für Messing und Alluminium wird Oxyd angeboten. Unkompliziertes Verfahren

B ) Wachsstifte :

Gibt es in verschiedenen Farben. Zu benutzen bei kleinen Schriften, bei denen die Farbe nicht sehr haften muß. Unkompliziertes Verfahren für anspruchslose Gravuren.

C ) Farblack :

Eine schwierige Aufgabe, da der nach dem Trocknen glänzende Farbstich, der sehr gut aussieht weil sich Farbe an den Kanten anlegt und somit einen angenehmen Lichtreflex erzeugt, verzeiht keine Verunreinigungen bzw. Fussel. Alles ist sofort zu sehen, es erfordert bei der Handhabung äußerste Sorgfalt.

Die Farbe wird in die Gravur gepinselt, dann zieht man beispielsweise mit einem fusselfreien Tuch das Schild ab, um möglichst viel überstehende Farbe abzuwischen. Anschließend läßt man es antrocknen, und wischt die überstehende Farbe mit dem entsprechenden Lösungsmittel vorsichtig ab.

Es besteht die Möglichkeit, die Farbe mit dem entsprechenden Verdünnungsmittel flüssiger zu gestalten. Man kann sie dann beispielsweise in eine Spritze füllen, und den Inhalt in den jeweils ausgefrästen Buchstaben spritzen. Dabei entfällt das Abwischen der überstehenden Farbe.

D ) Wischmetall :

Wischmetall ist sehr gut zum Einfärben von Glas geeignet. Es handelt sich um eine Art Metallpaste, die in der rauhen Mikrostruktur der Gravur sehr gut haftet. Kurzes Antrocknen; und schon läßt sich die überstehende Farbe leicht wegwischen.

 

 

 

 

 

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